me, myself and (tha) i # 4

Man gewöhnt sich an alles…

In Deutschland herrschen zur Zeit vermutlich Minusgrade. Ein Temperaturunterschied von mindestens 30 ° C machen es dem Körper sicherlich nicht leicht damit zurecht zu kommen. Dann diese tropischen Temperaturen und das ständige Schwitzen… Als ich im September angekommen bin habe ich ein paar Tage gebraucht, um mich daran zu gewöhnen. Ja, ich habe mich daran gewöhnt. Sogar so sehr, dass ich hier teilweise friere. Die Gäste auf dem Boot glauben es mir meistens nicht oder finden es vielleicht sogar lächerlich. Ich habe mich so sehr an die Temperaturen gewöhnt, dass mir kalt ist, wenn ich nach dem Schnorcheln aus dem Wasser komme und den Fahrtwind spüre. Nachts kühlt es ab (24 °C) ☺ In euren Vorstellungen sicherlich eine angenehme sommerliche Temperatur, die ihr euch herbeisehnt. Ich hingegen brauch bei den Temperaturen schon eine Jacke, um nicht auszukühlen. Die Klimaanlage steht auf 27 °C und selbst das ist manchmal zu kühl. Also was die Temperaturen angeht gewöhnt sich der Körper schon echt schnell daran.

2016-11-12 13.32.44

Wie sieht es mit dem Essen aus? Wenn du an thailändisches Essen denkst, was kommt dir als Erstes in den Sinn? Richtig, Reis. Das Hauptgrundnahrungsmittel ist Reis. Wenn ich auf Tour bin esse ich jeden Tag das gleiche Essen, ein Reisgericht. Um ehrlich zu sein: nach einem Monat konnte ich schon keinen Reis mehr sehen. Das Positive ist, ich muss mich nicht entscheiden, was ich essen soll, es gibt nur ein Gericht. Für mich schmeckt fast alles gleich. Reis und irgendwas mit Chilli ist immer dabei. Also, an das Essen kann ich mich hier absolut nicht gewöhnen. Morgens, mittags, abends – das kann ich mir beim besten Willen nicht vorstellen. Dennoch bin ich hier sehr gut versorgt. Das Restaurant nebenan ist eine Salatbar. Die Besitzer sind gute Freunde geworden und das Restaurant mein zweites zu Hause.

Ich bin noch am Überlegen, was ich als erstes essen möchte, wenn ich wieder in Deutschland bin. Vermutlich irgendetwas mit Kartoffeln und Käse. Vielleicht einen Auflauf? Habt ihr Ideen oder wollt mich neidisch machen? Achja und noch etwas: Schokolade ist die beste Erfindung. Ich glaube so lange war ich noch nie auf Entzug. Aber sie schmeckt hier auch einfach nicht so gut wie bei uns.

Apropos daran gewöhnen. Ich hoffe, dass ich nicht allzu lange brauche, um mich wieder an den Rechtsverkehr in Deutschland zu gewöhnen. Das könnte sonst das ein oder andere Mal in einer Geisterfahrt enden.

me, myself and (tha) i #3

Advent, Advent, ein Lichtlein brennt…

Hier in Thailand kommt die Weihnachtsstimmung nicht so recht auf. Woran das liegt? Nun, eigentlich liegt es auf der Hand. Die warmen Temperaturen, die zum sonnenbaden am Strand einladen, ein Cocktail unter den Palmen. All das verbindet man nicht so mit Weihnachten. Auch findet man hier keinerlei weihnachtliche Dekoration. Es hat schon viel mit der Stimmung zu tun. In Deutschland bereiten wir uns immerhin den ganzen Advent auf Weihnachten vor. Wie schön es ist, jeden Tag ein Türchen des Adventskalenders zu öffnen und am Advent eine Kerze anzuzünden. Ich vermisse den Duft von Weihnachten, die kalte Luft, die Dunkelheit und, sich zu Hause bei einem Tee gemütlich in eine Decke zu kuscheln. Hier drehe ich eher die Klimaanlage höher.

Um doch etwas in Weihnachtsstimmung zu gelangen, konnte ich meine Nachbarin überzeugen, bei ihr im Restaurant eine kleine Adventsfeier zu veranstalten. Wir waren eine kleine Runde von Freunden und Stammkunden. Es gab selbstgemachten Glühwein und Weihnachtsplätzchen (von Ikea 🙂 ). Als Highlight konnte ich ihnen Wichteln beibringen, das war in Spaß.

2016-12-22-18-25-51Wie erkläre ich den Thais Weihnachten?

Viele Thais kennen Weihnachten und die damit verbundenen Rituale überhaupt nicht. Wie auch? Sämtliche Feiertage in Deutschland sind christlicher Natur. Hier in Thailand, wo der Buddhismus oder auch Geisterglaube vorherrschend ist, setzt man sich damit nicht zwingend auseinander. Ich habe Ewigkeiten gebraucht, um Kerzen für einen Adventskranz zu finden. „Was ist Advent?“ wurde ich gefragt. Ich musste ganz weit ausholen, um die Bedeutung von Weihnachten und der vorweihnachtlichen Zeit zu erklären, warum wir Kerzen anzünden, was Glühwein ist, ob ich auch diese Plätzchen backen kann und wie Schnee schmeckt. Nur kurz dazu, den Kommentar mit dem gelben Schnee konnte ich mir nicht verkneifen. 🙂

Ihr seht, es ist nicht alles selbstverständlich, das lerne ich hier tagtäglich. Ich freue mich über interessierte Nachfragen seitens der Thais. In zwei Tagen ist Heilig Abend und ich weiß noch nicht, wo und wie ich diesen verbringe. Aber auch das ist typisch Thai. Ich lebe von Tag zu Tag.

Ich wünsche euch ein frohes und gesegnetes Weihnachtsfest. Trinkt einen Glühwein für mich mit, ja?

P.S.: Falls euch langweilig ist, hier noch ein kleines Rätsel:

2016-12-21-19-35-18

me, myself and (tha) i #2

englishthai

Dieses Dokument war eines der ersten, welches ich in die Hände gedrückt bekommen habe, mit den Worten: „Wäre gut, wenn du das lernst. Besonders die Zahlen sind wichtig“

„Ja klasse“ dachte ich, „ist ja wirklich hilfreich“. Nur, wie spricht man das aus?

Da ich in der Regenzeit ankam und hier noch nicht so viel los war, habe ich mich am Abend auf mein Bett gesetzt und angefangen die Zahlen zu lernen. Ich habe sie so oft wiederholt, bis ich schließlich bis 20 zählen konnte. Alles weitere ist dann auch keine große Kunst mehr. Aber da war ja immer noch das Problem mit der Aussprache. Ich wusste ja, dass es nicht so leicht ist. Immerhin gibt es für ein Wort fünf verschiedene Betonungen, selbstverständlich mit komplett unterschiedlichen Bedeutungen.

Am darauf folgenden Tag war ich unterwegs und habe mir den nächst besten Thai geschnappt und ihn gefragt, ob er mir bei der Aussprache helfen kann. Zu meinem Erstaunen erinnerte ich mich sogar noch an alle Zahlen. Anfangs lief es ganz gut. Aber irgendwann landete das Gespräch dann wohl unter der Gürtellinie, einfach nur, weil ich einen Buchstaben anders ausgesprochen habe. Seither meide ich die Zahl 7.


Warum ich überhaupt Thai lerne, wenn ich doch nur mit Touristen arbeite?

2016-11-28-13-06-32-kopieDie Kommunikation spielt als Tourguide eine ganz große Rolle. Sowohl für die Kunden als auch unter den eigenen Kollegen auf dem Boot. Die Captains und Bootboys sprechen leider kein Englisch. Die immer wiederkehrenden Entscheidungen, die unterwegs getroffen werden müssen, kann man nach einiger Zeit auch mit Handzeichen klären. Dennoch treten jeden Tag neue Situationen auf, da jeder Tag anders ist, mit neuen Menschen auf dem Boot. Deshalb bietet es sich an, ein wenig Thai zu lernen. Vor allem die Thais haben ihren Spaß dabei. Immerhin macht man sich dann mit den pantomimischen Kunststücken nicht mehr ganz so zum Deppen, wenn man ein paar Wörter Thai spricht. Vorausgesetzt man spricht es richtig aus. Das ist vermutlich auch eher selten der Fall. So oder so, es gibt immer jemanden, der Spaß hat! Mein Chef scherzt manchmal rum und möchte mich ein paar Tage auf der Insel lassen, damit ich mit den Schulkindern Thai lerne. Ich werde wohl nie in den Genuss dieses Privilegs kommen!

me, myself and (tha) i #1

Das Reisen in andere Länder ist immer wieder ein neues Erlebnis. Man genießt seinen Urlaub in einem schönen Hotel am Strand und wird hier und da mit der Kultur konfrontiert. Meistens werden einem nur die schönen Seiten des Landes präsentiert und die Schattenseiten bleiben vorerst verborgen. So geht man nach ein paar Wochen wieder in seine Heimat zurück und behält den Urlaub in perfekter Erinnerung.

Was aber, wenn man dort lebt und arbeitet? Wenn aus 2 Wochen ein halbes Jahr wird? Welche Erfahrungen macht man da? Muss man nicht irgendwann einen Kulturschock bekommen? Wie verständigt man sich? Kommt man mit der Kultur klar?

Dieser Herausforderung stelle ich mich gerne. Vor ein paar Wochen konnte ich es noch gar nicht fassen. Nun bin ich hier, in dem schönen Thailand. Seit Jahren zieht es viele Touristen in dieses traumhafte Land. Ich möchte auch hinter die Kulissen schauen und euch an meinen Erlebnissen teilhaben lassen. Ich kann schon jetzt versprechen: „Es ist nicht alles Gold was glänzt.“

Was mich nach Thailand verschlagen hat?

Joela at Koh Kam

Nun, ich bin eigentlich eine gelangweilte BWL-Studentin, die unbedingt aus dem kleinen Dorf der Hochschule entfliehen musste, um die große weite Welt zu sehen.

Im Rahmen meines Studiums muss ich ein 6-monatiges Praktikum absolvieren. Mein Studienschwerpunkt Kultur-, Freizeit- und Sportmanagement erlaubt es mir als mehrsprachiger Tourguide bei Similancharter & Tour zu arbeiten und auch hinter die Kulissen des Marketing zu schauen. Ein Traum, ein Abenteuer!! Oder?

Freut euch auf lustige, aufregende und herausfordernde Berichte.

Eure Joela

Praktikantenblog #3: Praktikantenalltag

Der dritte Monat meines Praktikums neigt sich fast dem Ende entgegen und somit wird es Zeit, ein drittes Mal von meinen Erlebnissen zu berichten. Weiterlesen

Praktikantenblog #2: Atemberaubend, Spektakulär, Aufregend…

So schnell können 5 Wochen vergehen – Wahnsinn! Im Vergleich zu meinem letzten Resümee hat sich zum Glück auch so einiges getan und ich darf mich an einige wunderbare Erlebnisse erinnern.  Weiterlesen

Praktikantenblog #1: Plötzlich im Paradies…?

Hallo, ich bin Marie (24) und vor gut einer Woche zog es mich für ein dreimonatiges Praktikum nach Khao Lak und zum Team von Similan Charter & Tour. Die Entscheidung dafür wurde ziemlich spontan getroffen. Etliche Vorbereitungen und Organisationen mussten entsprechend zügig und unter viel Zeitdruck erledigt werden. Die Zeit bis zum Abflug verging extrem schnell und schon bald fand ich mich am Flughafen von Phuket wieder. Das traf auf mein Gepäck allerdings noch nicht zu. Mir wurde jedoch sehr schnell geholfen und versichert, dass man mir den Koffer am nächsten Tag zusenden würde. Am nächsten Vormittag traf mein Gepäck wie versprochen und unversehrt im Büro ein. Darüber hinaus wurde ich von zwei meiner Kollegen abgeholt. Wir fuhren direkt zum Hauptsitz von Similan Charter & Tour, wo ich auch ein Zimmer im Nebenhaus beziehen durfte. Dieses ist sehr geräumig, ich habe ein eigenes Bad; der ab und zu gewünschten Privatsphäre steht also nichts im Weg.  Weiterlesen